Klinische Hypnose

Was ist Hypnose?

Als Hypnose bezeichnet man zum einen die Methode, mit der ein hypnotischer Trancezustand erzeugt wird, und zum anderen den hypnotischen Trancezustand selbst.

Oft wird erwartet (oder gar befürchtet), dass Hypnose ein Bewusstseinszustand ist, der sich völlig von unserem Alltagsbewusstsein unterscheidet. Dies ist nicht der Fall. Der Trancezustand gehört zu unserer natürlichen genetischen Grundausstattung. Jede Tätigkeit, die unsere Aufmerksamkeit intensiv absorbiert, kann eine Trance auslösen.

So kennt fast jeder Momente, in denen er völlig in eine Tätigkeit vertieft ist. Die Zeit scheint dabei stillzustehen, die Umwelt tritt zurück und die Aufmerksamkeit ist ganz auf eine bestimmte Sache ausgerichtet. Während dieser Zeit erscheint man nach außen „abwesend“. Wenn die Tätigkeit abgeschlossen ist, kann dann ein „Aufwachen“ beobachtet werden, eine Rückkehr in die Realität. Diesen Zustand nennen wir Alltagstrance. Er unterscheidet sich von der therapeutischen Trance nur dadurch, dass dieser in der Therapie induziert und therapeutisch genutzt wird.

 

Klinische Hypnose

Die Klinische Hypnose ist ein primär lösungs- und ressourcenorientiertes Verfahren, das den Trancezustand als einen veränderten Bewusstseinszustand nutzt, um einen besseren Zugang zu Gefühlen, Stärken und Fähigkeiten herzustellen. Gedankliche Strukturen werden neu geknüpft, unproduktive Einstellungen und Haltungen korrigiert und Verhaltensänderungen ermöglicht.

Während des Trancezustandes wird die Aufmerksamkeit meist auf innere Vorgänge gerichtet. Die Vorstellung von inneren Bildern wird aktiviert, sodass Erinnerungsbilder oder Zukunftsvorstellungen und innere Bilder von Bewegungs- und Handlungsabläufen oder körperlichen Veränderungen intensiv erlebt werden können. Gleichzeitig können durch eine Veränderung der Körperwahrnehmung störende Körperempfindungen und Schmerzen leichter ausgeblendet werden. Körperliche Prozesse können beeinflusst und damit Heilungsprozesse gefördert werden.

Lebensgeschichtlich alte Gefühle und Konflikte können bearbeitet werden. Dabei werden Lebenserfahrungen aktiviert und für den Bewältigungsprozess genutzt. Die therapeutisch genutzte Hypnose ist für eine große Bandbreite von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen angezeigt und ideal kombinierbar mit verhaltenstherapeutischen Interventionen.

In vielen Bereichen trägt Hypnose einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung bei. Darüber hinaus kann die therapeutische Hypnose und Selbsthypnose einen großen Beitrag zur Gesundheitsprävention und Steigerung des allgemeinen körperlichen und seelischen Wohlbefindens leisten.